Das Projekt am Mittelweg verbindet zwei sehr unterschiedliche architektonische Welten: eine denkmalgeschützte Villa aus dem späten 19. Jahrhundert und einen unmittelbar angeschlossenen Neubau. Beide sind funktional miteinander verzahnt, mehrere Wohnungen erstrecken sich über Alt- und Neubau hinweg.
Die Villa ist Teil des sogenannten Beit-Ensembles und steht seit vielen Jahren unter Denkmalschutz. Ihre historische Substanz, die hochwertigen Innenräume und die Bedeutung des Gebäudes für die Stadt machten früh klar, dass Eingriffe mit größter Zurückhaltung erfolgen mussten. Gleichzeitig verlangte das Projekt nach neuen Strukturen, zeitgemäßer Erschließung und einer unterirdischen Anbindung an die Tiefgarage des Neubaus. Besonders anspruchsvoll war die bauliche Eingriffstiefe im Bestand. Im Bereich der Villa wurde eine zusätzliche Ebene im Untergeschoss hergestellt, verbunden mit einem tieferliegenden Zugang zur Tiefgarage. Aus statischen Gründen konnte dieser Bereich nur abschnittsweise ausgeführt werden. Dennoch musste die gesamte Konstruktion dauerhaft als weiße Wanne funktionieren. Die Arbeit erfolgte unter laufendem Termin- und Kostendruck, nicht zuletzt aufgrund der hochpreisigen Eigentumswohnungen und der Erwartungen der zukünftigen Bewohner. Wir waren im Rahmen der Ausschreibung eingebunden. Das Projekt lag größenmäßig eigentlich über unserem typischen Volumen, wurde uns jedoch aufgrund einer bestehenden Vertrauensbasis mit dem Architekten übertragen. Entscheidend war weniger eine einzelne kritische Phase als die konstante Anforderung, jederzeit ansprechbar zu sein und auf unvorhergesehene Situationen pragmatisch zu reagieren. Die Komplexität ergab sich nicht aus spektakulären Details, sondern aus der Summe der Anforderungen: große Beton- und Mauerwerksmengen, Arbeiten im denkmalgeschützten Bestand, abschnittsweise Bauzustände und ein enger zeitlicher Rahmen. Viele Lösungen mussten unter laufender Ausführung abgestimmt und angepasst werden. Heute wirkt das Ensemble selbstverständlich. Alt- und Neubau treten nicht in Konkurrenz, sondern ergänzen sich. Die historische Villa behält ihre Präsenz, während der Neubau sich ruhig in das Gesamtbild einfügt. Das Zusammenspiel von Bestand und Ergänzung ist klar ablesbar, ohne Brüche oder technische Spuren.
Das Projekt Mittelweg wurde unter anderem im Architekturjahrbuch Hamburg veröffentlicht und ist vielen Architekten in der Stadt bekannt.
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(2007-2025)








